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Die Sache mit der Selbstliebe

Ich habe es versucht. Ich habe es immer wieder versucht. Ich habe mich im Spiegel betrachtet und gesagt: „Ich liebe dich. Du bist genau richtig, so wie du bist“. Ich habe positive Affirmationen auf Dauerschleife gespielt. Ich habe mich von den Meinungen anderer distanziert. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören.

Und trotzdem: Ich liebe mich nicht bedingungslos. Nicht 100%. Nicht jede Sekunde an jedem Tag.

Selbstliebe ist ein Modewort, das uns heute an jeder Ecke begegnet. Es wird als Allheilmittel betitelt und kaum ein Magazin, ein Blog oder Instagram-Account hat es noch nicht in sein Repertoire aufgenommen. Alles dreht sich um Selfcare, sich mit allen Ecken und Kanten zu lieben und bloß nicht schlecht von sich selbst zu denken.

Aber ist ein bisschen Kritik und hier und da mal ein schiefer Blick in den Spiegel nicht wichtig? Wichtig, um zu schätzen, wer wir sind? Wichtig, um uns stetig weiterzuentwickeln und an uns zu wachsen? Versteh mich bitte nicht falsch. An der Selbstliebe an sich ist nichts verkehrt. Ganz im Gegenteil: Sie kann ein Schlüssel sein und dir dabei helfen, glücklicher und ausgeglichener durchs Leben zu gehen.

Aber nur dann, wenn die Liebe echt ist.

Oft habe ich das Gefühl, Selbstliebe wird falsch verstanden. Sie dient als Mittel zum Zweck, als Tarnung. Wir geben vor, uns selbst zu lieben. Wir schreiben Blogposts darüber, feiern auf Instagram unsere Fehler. Und das ist toll. Aber ist die Liebe echt? Oder gaukeln wir uns und anderen etwas vor? Kann es überhaupt eine Liebe geben, die ohne Zweifel und ohne Tiefen überlebt?

Wie bei der Liebe zu einem anderen Menschen darf auch die Selbstliebe mal bröckeln. Es darf Konflikte geben, Tränen und Streit. Es muss nicht immer alles rund laufen. Du darfst kritisieren, du darfst zweifeln und du darfst auch mal verletzt sein.

Wichtig ist, an den Problemen zu arbeiten. Und damit meine ich nicht, dass du 100 Sit-ups machen sollst, wenn dir dein Bauch nicht gefällt. Ich meine damit, dass du deine Einstellung zu dir immer wieder überdenken sollst. Dass du ehrlich zu dir selbst bist. Dass du dir Macken eingestehst, statt sie durch toxische Positivität zu überdecken. Dass du Fehler eingestehst und daraus lernst, statt sie wegzulächeln. Dass du auch mal sagst: Hey, das war falsch, beim nächsten Mal mache ich es besser. Dass du dir selbst vertraust, ohne dir zu viel zuzumuten. Dass du dich für dich liebst und für niemanden sonst.

Liebe dich so gut und so wahrhaftig wie du kannst. Liebe so viel an dir wie möglich. Lerne deine Fehler zu lieben, ohne dich dabei selbst zu betrügen. Streite dich mit dir. Versöhne dich mit dir. Zweifel an dir. Verliebe dich neu in dich. Streite dich erneut. Versöhne dich erneut. Hinterfrage dich. Steh zu dir. Verliere dich. Finde dich wieder. Mach einen Schritt zurück. Mach zwei nach vorn. Vertraue dir. Liebe dich für dich. Nur für dich.

Ich werde es weiter versuchen. Ich werde an mir arbeiten und mich lieben, so wie ich bin. Ich werde dabei in den Spiegel gucken und sagen: Du musst dich nicht immer bedingungslos lieben. Solange du dir selbst treu bleibst, darfst du auch mal zweifeln.

Selbstliebe ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Und wie das mit der Liebe so ist, tut sie auch mal weh. Aber am Ende lohnt es sich immer, für sie zu kämpfen.

❥ Janina

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