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❥ Identität 2.0 – Wer sind wir wirklich?

Unsere Generation ist mit dem Internet aufgewachsen. Wir sind die digital natives, die von Beginn an bei diesem Wandel mit dabei sein dürfen. Wir waren die ersten die stolz mit ihren Klapphandys Snake gespielt haben und die ersten die einen Snap verschickt haben. Wir kennen uns aus mit digitalen Medien und wissen, wie man soziale Netzwerke nutzt.

Das schöne ist, dass wir trotzdem noch zu der Generation gehören, die im Garten mit Matsch gekocht haben. Wir haben unsere besten Freunde jeden Tag angerufen und uns zum Spielen schon in der Schule verabredet. Damals hat man dem anderen vertraut, dass er zur ausgemachten Uhrzeit erscheint. Per Whatsapp Bescheid geben, dass es 10 Minuten später wird, konnten wir damals noch nicht. Unsere Kindheit war noch strahlenfrei.

Ich glaube nicht, dass Kinder, die jetzt geboren werden eine schlechtere Kindheit haben. Sie werden genauso in Sandkästen spielen und es lieben in Pfützen zu springen. Dennoch glaube ich, dass sie sich anders entwickeln werden. Digitale Geräte wie Smartphones gehören einfach dazu und beeinflussen das Leben immer mehr.

Aber nicht nur Kindern, sondern auch wir haben uns bereits durch die Digitalisierung verändert. Digitale Medien und allen voran soziale Netzwerke begleiten auch uns jeden Tag. Wir hängen ständig am Smartphone, snappen, twittern und posten was das Zeug hält.

Das soll nicht falsch rüber kommen. Ich lebe gerne in dieser Zeit. Ich finde auch, dass viele dieser Technologien sehr hilfreich sind und ich bin kein Gegner davon. Ich frage mich nur manchmal, ob wir andere Menschen wären, wenn wir ohne all diese Dinge aufgewachsen wären.

Für ein Soziologie Seminar habe ich vor kurzem einen Essay darüber geschrieben, wie soziale Medien unsere Identität beeinflussen. Beim Recherchieren und Schreiben ist mir erst bewusst geworden, wie sehr unser Charakter eigentlich von unserer Internetnutzung abhängt.

Auf sozialen Netzwerken vergleichen wir uns unbewusst permanent mit anderen. Wir sehen Bilder, die uns eifersüchtig machen. Sehen, welche tollen Jobs ehemalige Schulkameraden haben und wer die ersten sind, die sich das Ja-Wort geben. Soziale Vergleiche sind zu einem 24/7-Aspekt geworden, der uns enorm beeinflusst.

Erfolgsdruck

Dadurch, dass wir immer sehen, wie (vermeintlich) erfolgreich andere sind – seien es Freunde oder Fremde – führt oft zu Erfolgsdruck. Wir wollen auch so erfolgreich werden und das kann sich in zwei Richtungen ausprägen: Entweder wir lassen uns dadurch unterkriegen oder wir versuchen erst Recht es allen zu beweisen.

Mein Tipp: Solltest du dich mal wieder in dieser Lage befinden, denke an all die Dinge, die du in deinem Leben schon erreicht hast.. Egal wie klein oder groß die Hürden waren.

Neid

Wenn uns soziale Medien etwas lernen, dann das, dass alle anderen besser sind als wir. Sei es beruflich oder privat – das Leben der anderen scheint einfach verdammt perfekt zu sein. Der Neid sitzt uns deshalb immer im Nacken.

Mein Tipp: Solltest du das Gefühl haben weniger Wert zu sein, als jemand anderes, dann sieh dir alte Bilder an. Führe dir vor Augen zu was für einem tollen Menschen du dich Schritt für Schritt entwickelt hast. Du bist Du und das macht dich zum wertvollsten Menschen der Welt.

Dazugehören

Schon im Kindergarten bilden sich Grüppchen. In der Grundschule fallen dann zum ersten Mal Wörter wie „Außenseiter“ oder „Loser“. Je älter man wird, umso besser begreift man, wie blöd diese Gruppierungen eigentlich sind. Und trotzdem hat man immer das Bedürfnis irgendwo dazugehören zu wollen. Auch in sozialen Netzwerken herrscht die Gefahr außen vor zu sein. Um ja dazuzugehören passen sich viele der Mehrheit an. Interessen werden verzerrt und die Persönlichkeit zu Gunsten der Gruppe verändert. Das passiert oft ganz unbewusst.

Mein Tipp: Lass dich nicht verbiegen, nur um jemand anderem zu gefallen. Du bist genau richtig, so wie du bist.

Gefällt mir

In sozialen Netzwerken werden wir durchgehend bewertet. Wir bekommen Likes und nette Kommentare oder jemand geigt uns ordentlich die Meinung. Soziales Feedback ist an sich nichts schlechtes. Wir können uns dadurch weiter entwickeln und neue Persönlichkeitsmerkmale entdecken. Trotzdem sollte man sich nicht zu sehr von der Like-Anzahl oder dummen Kommentaren beeinflussen lassen – und schon sich schon gar nicht deswegen verändern.

Mein Tipp: Nimm Feedback an, aber lasse dich nicht davon zerstören.

Wer sind wir wirklich?

Natürlich gibt es noch etliche weitere Aspekte die sich auf unsere Persönlichkeit auswirken. Doch es ist offensichtlich, dass uns soziale Medien beeinflussen. Die Frage ist also, wer sind wir wirklich? Sind wir die Person, als die wir uns auf Facebook ausgeben? Lachen wir wirklich immer so viel, wie auf unserem Instagram-Feed? Oder erschaffen wir uns eine zweite „digitale Identität“, die uns nur komprimiert darstellt? Wären wir anders, wenn es keine sozialen Medien gäbe?

Ich glaube schon. Ich bin mir sogar ziemlich sicher. Ich denke vor allem, dass wir selbstbewusster wären. Denn das ist es, was soziale Medien vielen von uns nehmen. Jeder versucht sich von seiner besten Seite zu zeigen und hat Angst, von anderen nicht akzeptiert zu werden. Würden wir nicht ständig das „perfekte“ Leben unserer „Freunde“ sehen, wären wir vielleicht zufriedener mit dem was wir haben. Jetzt geht es nur noch darum, wer der beste, der schönste und der erfolgreichste ist.

Aber so ist es nun mal. Das ist die Zeit in der wir leben. Und das müssen wir akzeptieren. Nicht jeder findet diesen Wandel gut. Aber egal wie man dazu steht, das wichtigste ist, dass wir uns davon nicht unterkriegen lassen. Unsere Identität ist das, was uns einzigartig macht. Lass dir nicht nehmen, was dich zu der Person macht, die du bist. Du wirst es nicht schaffen dich nicht mit anderen zu vergleichen. Aber versuche das nicht als Hindernis, sondern als Anreiz zu sehen, um die beste Version deiner Selbst zu werden.

❥ Janina

 

Beitragsbild: Unsplash (Pixabay)

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5 thoughts on “❥ Identität 2.0 – Wer sind wir wirklich? Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ein lesenswerter Artikel zum Thema Social Media, Konformismus und Selbstvertrauen. Mein Unbehagen in Worte gefasst – und nein, liebe Janina, ich finde diese Entwicklung nicht gut so (dein Schlußsatz) und eher beunruhigend, was Du schilderst. Das bestärkt mich darin, wieder mehr offline Pausen einzulegen, denn mich macht vor allem Facebook oft so unspezifisch schlecht gelaunt – wahrscheinlich aus den von dir genannten Gründen.
    Twitter dagegen ist für mich lustig und aufbauend und Insta folge ich nur den nicht-perfekten, die mich inspirieren und NICHT zum vergleichen anregen.
    Danke für Deinen Text!

    Gefällt mir

    • Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und das Teilen meines Beitrags auf Facebook 🙂 Du hast vollkommen recht! Ich habe den letzten Satz vielleicht ein bisschen falsch formuliert – wollte damit eher sagen, dass wir es eh nicht ändern können und daraus lernen sollten 😉
      LG Janina

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  2. Ich hab gar kein Facebook oder Instagram im Sinne von „mit Freunden“. Ich nutze beides allein für mich selbst und fühle mich damit sehr zufrieden. (Bin da mal gestalkt worden, deswegen hab ichs gelöscht…)
    Ich versteh den Neid den du beschreibst nicht so wirklich um ehrlich zu sein. Aber es gibt Menschen die sind so und andere sind halt so. Ich seh auch den Sinn nicht zwangsmäßig irgendwo dazugehören zu wollen, da habe ich lieber wenige Freunde und kann sein wer ich will. Naja..
    An sich finde ich deinen Artikel aber sehr interessant 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Janina,
    dein Artikel ist wirklich sehr spannend und regt zum Nachdenken an! Bei mir hat er das auf jeden Fall gemacht. Ich gehöre auch zu den Menschen die ihre Kindheit in der Natur und beim Spielen mit Freunden verbracht haben und deine Besispiele bringen mir diese Erinnerungen wieder sehr nahe – danke dafür, war eine schöne Zeit 😉
    Ich glaube aber ganz fest daran, dass die Digitalisierung und digitale Medien auch große Chancen mit sich bringen (wie es fast alle neuen Technologien und Entwicklungen tun). So gibt es auch bereits Tools, die Menschen dabei helfen sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, die eigene Individualität und die eigenen Stärken zu entdecken und als etwas Wertvolles zu erkennen.
    Aber ich gebe dir absolut Recht, dass Menschen achtsam – speziell im Umgang mit Sozialen Medien sein sollten.
    Liebe Grüße,
    Markus von Innoviduum

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    • Hallo Markus, freut mich, dass dir mein Beitrag so gefällt 🙂 Ich sehe das ganz genauso, natürlich haben all die Technologien auch viele Vorteile und erleichtern unser Leben, aber wie du sagst – der richtige Umgang macht’s 🙂
      LG Janina

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