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Monatsgefühle April: Leere, Angst und Klopapier

Monatsgefühle: Leere, Angst und Klopapier

2020 – Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon stellt es unsere Welt auf den Kopf. Eine Pandemie, wie sie keiner vorhergesehen hat. Sie bringt uns an unsere Grenzen, zeigt uns aber auch, dass Gemeinschaft das wertvollste und wichtigste Gut unserer Gesellschaft ist. Nur zusammen haben wir die Kraft, diese Zeit zu überstehen.

Mit der Krise einher kommen Gefühle, die uns schon lange nicht mehr so in ihren Bann gezogen haben. Einsamkeit, Leere und Hilflosigkeit sind uns zwar nicht neu, doch so intensiv wie zu dieser Zeit haben sie uns noch nie getroffen.

Und irgendwie ist da noch ein Gefühl, das sich nicht so richtig beschreiben lässt. Das ständig an mir nagt, wenn auch nur ganz sanft. Aber mit einer unheimlichen Eindringlichkeit, die mir manchmal den Atem raubt. Das Gefühl von Ungewissheit vermengt mit der Gewissheit, dass es noch nicht zu Ende ist. Ein Zustand des ewigen Wartens, der uns zugleich hoffen und bangen lässt. Die Unsicherheit, wie es weiter gehen wird. Wie wir uns verhalten sollen. Was aus uns geschehen wird.

Dieses Gefühl des Nichtwissens beschäftigt mich mehr als die Einsamkeit. Natürlich ist auch das Alleinsein eine große Herausforderung. Doch trotz der einsamen Stunden wissen wir, dass Social Distancing ein Ende haben wird. Außerdem sind wir dank WhatsApp, FaceTime und Co. nie gänzlich isoliert.

Doch dieser unbegreifliche Schwebezustand, der ohne Verfallsdatum über uns herrscht, ist so unbeständig, dass wir ihn weder begreifen noch aufhalten können. Er suggeriert die unterschiedlichsten Outputs, wobei sich die Inputs im Sekundentakt ändern.

Jeden Tag neue Zahlen, neue Prognosen, neue Lösungen. Und trotzdem wissen wir nicht, wie wir den einen Fuß vor den anderen stellen sollen. Als würden all unsere Muskeln gleichzeitig kontrahieren, aber der Körper regungslos an Ort und Stelle verharren. Es ist ein paradoxes Gefühl von gespenstischer Leere, das durch Informationsüberdruss nur weiter verstärkt wird. Mehr Informationen, mehr Ungewissheit. Mehr Ungewissheit, mehr Angst. Mehr Angst, mehr Leere.

Gleichzeitig versuchen wir das beengende Gefühl zu verdrängen. Immerhin gibt es Menschen, die weitaus schlimmer betroffen sind. Es ist eine Situation, die wir nicht begreifen. Wir können nicht verstehen, was genau da vor sich geht. Noch weniger können wir uns in die Menschen versetzen, die direkt davon betroffen sind. Ausgenommen man gehört dazu. Daher tun wir so, als wäre alles normal.

Manche versperren engstirnig den Weg zur Besserung. Andere horten tonnenweiße Toilettenpapier und Nudeln. Einige entscheiden sich für Routine, andere lassen sich vom Ausnahmezustand mitreißen. Doch alle verbindet das Unwissen. Die Hilflosigkeit. Das Gefühl der Ohnmacht.

Auch wenn uns dieses Gefühl den Schlaf raubt, ist es wichtig, solche Emotionen nicht zu verdrängen. Es ist absolut normal überfordert zu sein. Die Welt hat mit einem solchen Szenario nicht gerechnet. Zumindest nicht im Hier und Jetzt. Da können und dürfen wir nicht von uns verlangen, dass wir alles mit einem Schulterzucken hinnehmen. Wir können nicht erwarten, alles fehlerfrei zu meistern.

Es ist gut die Dinge zu hinterfragen. Auch wenn wir viele Antworten noch nicht kennen und uns die gegebenen Optionen die Entscheidung erschweren. Doch Verdrängung ist der falsche Weg. Die Ungewissheit mag für einen Augenblick verschwinden, dennoch bleibt die Situation so labil und unberechenbar wie zuvor.

Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Auch wenn das heißt, dass wir einen Sprung ins kalte Wasser wagen. Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen. Weder vor der scheinbar aussichtslosen Situation noch vor der Möglichkeit, dass der Schlüssel bereits vor uns liegt. Wir müssen Tag für Tag an uns arbeiten, um gemeinsam die Leere zu füllen. Und zwar nicht mit Informationen, sondern mit Solidarität, Nächstenliebe und Geduld.

Du musst dich mit deinen Gefühlen nicht verstecken. Vielen geht es wie dir. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass die meisten Menschen momentan dieses Gefühl der Ungewissheit verspüren. Wichtig ist, dass wir ihm nicht die Macht geben, Besitz von uns zu ergreifen. Sondern versuchen das Unwissen gemeinsam zu überbrücken. Sei es durch Gespräche, durch Meditation oder – wie bei mir – durch das Schreiben. Jeder geht mit dieser Situation anders um und jeder muss seinen eigenen Weg finden das aktuelle Gefühlschaos zu verarbeiten. Wie du mit negativen Gefühlen leichter umgehen kannst, habe ich dir bereits in diesem Artikel verraten.

Ich möchte hier auch gar nicht weiter philosophieren oder unsinnig viele Tipps geben. Vielmehr liegt es mir am Herzen dir zu zeigen, dass du nicht allein bist. Egal welche Emotionen und Gedanken gerade in dir wüten – sie sind völlig normal. Es ist ein Ausnahmezustand. Also sollten wir auch Ausnahmegefühle zulassen.

Gleiches gilt übrigens für positive Emotionen. Auch wenn die Welt gerade Kopf steht, heißt das nicht, dass wir in Selbstmitleid versinken müssen. Spaß und Ablenkung sind wichtig. Sie entspannen und zaubern uns selbst in den härtesten Zeiten ein Lächeln ins Gesicht. Und wie du weißt: Lachen ist die beste Medizin. Also warum nicht über Klopapier-Memes lachen oder die ein oder andere Instagram-Challenge bestreiten.

Feel free to feel!

Janina

2 Antworten auf „Monatsgefühle April: Leere, Angst und Klopapier Hinterlasse einen Kommentar

  1. Wir alle haben damit gerade zu kämpfen, wobei wir dankbar sein können, dass wir uns langsam aber sicher wieder raus trauen können. Da gibt es Länder, die noch immer mit einem Lock-Down zu kämpfen haben. Ich hoffe, wir haben das alles bald überwunden und wir können wieder zur Normalität zurückkehren. Vielleicht nehmen wir alle ein Stück mehr Zusammenhalt daraus mit, sodass die Gesellschaft enger zusammen wächst. Einen tollen Blogartikel hast du da geschrieben. Vielen Dank dafür!

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